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Über unser Haus!

Pension Hauck und Gaststätte Stadt Stockholm

Das Gasthaus „Stadt Stockholm“ in Kassel befand sich seit dem 18. Jahrhundert in der Mittelgasse 30 / Eckhaus Entengasse. 1605 Eigentümer des Hauses waren u.a. Christoph Junker, 1707 Oberforst- und Jägermeister von Sobiewolsky Eigentümer, danach der landgräfliche Hausbender Joh. Phil. Holzschue und später sein Sohn Georg Holzschuhe. 1732 wohnte hier der deutsche Komponist Johann Sebastian Bach, als er in der Martinskirche die Orgel überprüfte.

Das Gasthaus „Zur Stadt Stockholm“ oder „Im Stockholm“ wurde angeblich benannt nach einem Aufenthalt König Gustav Adolfs von Schweden auf seinem Ritt von Bender nach Stralsund 1714. 1771 wird das Haus zum Verkauf angeboten und im ersten Obergeschoß für die Lottoverwaltung in Aussicht genommen hierfür aber nicht gewählt. Die Lottoverwaltung zog lieber in die Königsstraße Nr. 45. Eigentümer 1795 der Mundkoch Johann Christoph Echternach, 1837 Bierbrauer Heinrich Mayfarth, später Kammerdiener Hartdegen. Als es einmal zum Streit zwischen Kurfürst Friedrich Wilhelm I. und Hartdegen kommt, tritt der Kurfürst nach Hartdegen. Dieser fängt den Fußtritt ab und bringt des Kurfürsten zu Fall. Hartdegen wird entlassen und verlässt das Land. Er übernimmt in Coburg ein Hotel, kehrt später wieder nach Kassel zurück und pachtet das Gasthaus. Im Volksmund hieß das Lokal lange Zeit „Zum verfehlten Arschtritt“. Später wird die Hessische Actienbrauerei Eigentümer des Gasthofes. Das mittelalterliche Haus wird abgerissen und durch einen Steinbau ersetzt. Bei dem Neubau nimmt man die Front nach der Entengasse um einige Meter zurück, so dass ein Winkel entsteht. Hier hatte dann jahrelang eine Gemüsefrau ihren Stand. Gastwirte der „Stadt Stockholm“ wurden dann u.a. F. Rübeling (um 1905), Joh. Weiß (um 1912), Math. Mertens (bis 1923), Georg Hafer (1923 bis 1925, danach übernahm er das Stadthallen-Restaurant), Heinrich Schefer und zuletzt Philipp Siebert. 1912 ging die Hessische Actienbrauerei in der Herkulesbrauerei auf. Die Gastwirtschaft hatte im Innern sehenswerte Kratzputzarbeiten über den Türen und lustige Keramikfiguren an der Wand, die aus de Werkstatt von Rolf Webers (Immenhausen) stammten. Zwischen der so genannten Handwerkerstube und dem Gastraum stand der Spruch: „Drei Dinge sind’s, die den Meister machen sollen: Wissen, Können, Wollen“. Neben der Gastwirtschaft gab es noch eine originelle Stehbierhalle, das „Entenloch“ genannt. Im 1. Stock befand sich ein großer Saal, der für Wahlversammlungen, Tanzveranstaltungen und Zusammenkünfte von Vereinen genutzt wurde. Eine Bühne im Saal war in den 20er Jahren Schauplatz von Bodo Bronskys Kleinem Theater. In einem Nebenzimmer tagte der Stammtisch „Bählämmer“. Wie so viele urige Gasthäuser ging auch diese bekannte Kasseler Lokalität im Bombenhagel unter.

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